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Letzte Änderung: 08.06.2010
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Windows XP - WSUS-Server


1. Einleitung


Die Windows Server Update Services (WSUS) erleichtern den Updatevorgang von Windows-Rechnern. WSUS ist eine überarbeitete Version des Software Update Services (SUS). Es wird jetzt dem Administrator ermöglicht einen genauen Überblick zu erhalten auf welchen Clients bereits ein Update installiert ist und ob noch weitere Updates benötigt werden. Des weiteren ist es mit WSUS möglich nicht nur Windows-Updates an die Clients zu verteilen sondern auch Updates für MS Office und andere Microsoft Produkte.

Damit WSUS installiert werden kann benötigen Sie entweder Windows 2000 Server oder Windows 2003 Server. Mit einem Trick ist es allerdings möglich, WSUS auch auf einem Windows 2000 Professional oder Windows XP Professional System zu installieren. Im folgenden Tutorial möchte ich Ihnen zeigen wie Sie einen WSUS-Server unter Windows XP Professional einrichten können.

2. Voraussetzungen


Für den WSUS-Server benötigen Sie ...

- einen Rechner mit installiertem Windows XP Professional und Service Pack 2
- das Microsoft .NET Framework 1.1 Redistributable Package
http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?displaylang=de&FamilyID=262d25e3-f589-4842-8157-034d1e7cf3a3
- das Microsoft .NET Framework 1.1 Service Pack 1
http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?displaylang=de&FamilyID=a8f5654f-088e-40b2-bbdb-a83353618b38
- die Windows Server Update Services inkl. Service Pack 1
http://download.microsoft.com/download/f/6/d/f6d9eb30-2612-47f7-b14a-41a47e8a9a8e/WSUS2-KB919004-x86.exe
- mindestens 1GB freien Speicherplatz

Weiterhin benötigen Sie ...

- die Windows XP Professional CD
- eine Windows PE Boot-CD (hier wird BartPE verwendet)

3. Vorbereitungen zur WSUS-Installation


Bevor Sie WSUS installieren können, müssen Sie einige Programme installieren. Eine Voraussetzung sind die Microsoft Internet Information Services (IIS). Diese sind auf der Windows XP Professional CD enthalten und müssen nachinstalliert werden.

Legen Sie dazu die Windows-CD ein und öffnen "Software" in der Systemsteuerung. Wählen Sie nun "Windows-Komponenten hinzufügen/entfernen". Im darauf folgenden Fenster selektieren Sie die "Internet-Informationsdienste (IIS)" und starten die Installation.



Nachdem die Installation abgeschlossen ist, installieren Sie das Microsoft .NET Framework 1.1 und das Microsoft .NET Framework 1.1 Service Pack 1.

4. Windows XP wird zum Server-System


Wie bereits erwähnt, lassen sich die Windows Server Update Services nur auf einem Server-System installieren. Damit die Installation auch mit Windows XP möglich wird, muss man kurzzeitig zwei Änderungen an der Registry vornehmen. Da Windows diese Änderungen im laufenden Betrieb nicht zulässt, benötigt man ein zweites System mit welchem man die Änderungen vornimmt. Für diesen Zweck verwende ich das Windows PE System. Starten Sie ihren Rechner neu und booten ihn mit einer Windows PE CD.

Wenn das System gestartet ist, sollten Sie eine Sicherheitskopie der Registry-Datei "C:\Windows\system32\config\system" erstellen. Anschließend starten Sie den Registry-Editor mit "regedit" und selektieren den Registry-Zweig "HKEY_LOCAL_MACHINE". Wählen Sie nun im Menü "Datei" die Option "Struktur laden..." und binden die Datei "C:\Windows\system32\config\system" unter dem Namen "WSUS" ein. Öffnen Sie den Registry-Pfad "HKEY_LOCAL_MACHINE\WSUS\Setup" und benennen Sie den Eintrag "SystemPrefix" in "SystemPrefixBAK" um. Anschließend erstellen Sie einen neuen Binärwert mit dem Namen "SystemPrefix". Die ersten vier Bytes des neuen Eintrags kopieren Sie vom Originaleintrag und für die letzten vier Bytes tragen Sie "00 00 32 DC" ein.



Der zweite Registry-Eintrag den man ändern muss, steht in einem der ControlSet-Zweige. Da zwei dieser Zweige existieren, müssen Sie zuerst den richtigen Zweig ermitteln. Dazu lesen Sie den Wert von "HKEY_LOCAL_MACHINE\WSUS\Select\Current" aus.



Wie Sie sehen ist hier der Wert 1 gesetzt. Deshalb öffnen Sie jetzt den Registry-Pfad "HKEY_LOCAL_MACHINE\WSUS\ControlSet001\Control\ProductOptions" und benennen den Eintrag "ProductType" in "ProductTypeBAK" um. Danach erstellen Sie eine neue Zeichenfolge mit dem Namen "ProductType" und dem Wert "ServerNT".



Wenn Sie diese Änderungen vorgenommen haben, entfernen Sie die eingehängte Struktur indem Sie den Zweig WSUS selektieren und dann im Menü "Datei" die Option "Struktur entfernen..." auswählen.

Starten Sie jetzt Ihren Rechner neu. Es wird nun angezeigt, dass Sie Windows Whistler Server verwenden. Des weiteren werden Sie einige Fehlermeldung beim Starten erhalten und einige Dienste werden vermutlich nicht gestartet werden. Dies soll Sie aber nicht beunruhigen da wir die Änderungen nach der Installation von WSUS wieder rückgängig machen werden.

5. WSUS-Installation


Sobald ihr System wieder gestartet ist, starten Sie die Installation der Windows Server Update Services.

Wenn Sie die Updates nicht auf Laufwerk C: speichern wollen, können Sie in dem folgenden Dialog einen anderen Speicherort angeben.



Die weiteren Installations-Optionen sollten Sie einfach übernehmen. Vor dem Installationsstart erhalten Sie eine kurze Übersicht von welcher Sie sich die URL für die WSUS-Verwaltung notieren sollten.



Wenn die Installation abgeschlossen ist, sollten Sie den Hacken vor der Option "Webverwaltungs-Tool starten" entfernen.



6. Registry wiederherstellen


Nach der Installation der Windows Server Update Services sollten Sie die Änderungen welche Sie in der Registry vorgenommen haben wieder rückgängig machen. Deshalb starten Sie den Rechner erneut mit der Windows PE CD und öffnen den Registry-Editor.

Anschließend selektieren Sie wieder den Registry-Zweig "HKEY_LOCAL_MACHINE" und binden die Datei "C:\Windows\system32\config\system" über "Datei/Struktur laden..." unter dem Namen "WSUS" ein. Löschen Sie nun den Registry-Eintrag "HKEY_LOCAL_MACHINE\WSUS\Setup\SystemPrefix" und benennen den Eintrag "SystemPrefixBAK" in "SystemPrefix" um. Des weiteren müssen Sie den Registry-Eintrag "HKEY_LOCAL_MACHINE\WSUS\ControlSet001\Control\ProductOptions\ProductType" löschen und den Eintrag "ProductTypeBAK" in "ProductType" umbenennen.

Wenn Sie die Änderungen vorgenommen haben, entfernen Sie wieder die eingehängte Struktur und starten Ihren Rechner neu.

7. WSUS-Server aktivieren


Beim Systemstart erhalten Sie eine Meldung, dass der Dienst "Update Services" nicht gestartet wurde. Damit der WSUS-Server automatisch gestartet wird, öffnen Sie in der "Systemsteuerung" den Ordner "Verwaltung" und dort "Dienste". Suchen Sie nun den Dienst "Update Services" und öffnen die Eigenschaften des Dienstes. Im Register "Anmelden" wechseln Sie zum lokalen Systemkonto und speichern die Einstellungen.



Beim nächsten Neustart wird der WSUS-Server automatisch gestartet. Damit Sie jetzt nicht den Rechner neu starten müssen, führen Sie einen Rechtsklick auf den Dienst "Update Services" aus und klicken auf "Starten".

8. WSUS-Server konfigurieren


Kommen wir nun zur Konfiguration des WSUS-Servers. Starten Sie deshalb den Internet Explorer und öffnen die WSUS-Verwaltung mit der URL aus Abschnitt 5. Es sollte sich die folgende Webseite öffnen.



Zuerst sollten Sie auswählen welche Updates auf Ihrem WSUS-Server bereitgestellt werden sollen. Wechseln Sie deshalb zu "Optionen" und öffnen dann die "Synchronisationsoptionen".



Wenn Sie den WSUS-Server automatisch mit den Microsoft Update-Servern synchronisieren wollen, können Sie im Abschnitt "Zeitplan" eine Uhrzeit einstellen zu welcher die Synchronisation gestartet werden soll.



Im Abschnitt "Produkte und Klassifizierungen" können Sie auswählen für welche Systeme die Updates herunter geladen werden und die Updatetypen einschränken.



Für den Anfang sollten die "Sicherheitsupdates" und die "Wichtigen Updates" für Windows XP ausreichen. Dazu klicken Sie unter "Produkte" auf "Ändern..." und wählen im darauf folgenden Dialog nur "Windows XP-Produktfamilie" aus.



Sollten Sie sich wundern warum nicht mehr Produkte (wie z.B. Microsoft Office was bereits Eingangs erwähnt wurde) verfügbar sind, dann sollten Sie nach der ersten Synchronisation erneut diese Einstellungen überprüfen.

Als nächstes sollten Sie noch angeben für welche Sprachen die Updates herunter geladen werden sollen. Wenn Sie keine Einschränkungen vornehmen, werden die Updates für alle verfügbaren Sprachen herunter geladen. Aus diesem Grund klicken Sie im Abschnitt "Dateien und Sprachen aktualisieren" auf "Erweitert...".



Es öffnet sich anschließend das folgende Fenster in welchem Sie die gewünschten Sprachen auswählen können.



Sobald Sie alle Einstellungen vorgenommen haben, speichern Sie die Einstellungen.



Mit der momentanen Konfiguration werden die Updates herunter geladen aber noch nicht für die Installation freigegeben. Wechseln Sie nun wieder zu "Optionen" und öffnen die "Optionen für automatische Genehmigungen". Aktivieren Sie die Option "Zum Installieren genehmigen" und speichern die Einstellungen. Sollten Sie zusätzliche Updateklassifizierungen ausgewählt haben, müssen Sie diese hier ebenfalls hinzufügen.



9. WSUS-Server synchronisieren


Wenn Sie alle Einstellungen vorgenommen haben, können Sie zum ersten Mal Ihren WSUS-Server synchronisieren. Dazu öffnen Sie wieder die "Synchronisationsoptionen" und klicken dort auf  "Jetzt synchronisieren".



Damit Sie den aktuellen Synchronisationsstatus sehen, wechseln Sie wieder zur Startseite. Der Synchronisationsvorgang dauert circa eine halbe Stunde, der Downloadprozess kann allerdings mehrere Stunden dauern.

Sobald die Synchronisation abgeschlossen ist, können Sie die Konfiguration der Clients vornehmen.

10. Anhang


Ich hoffe das Tutorial hat Ihnen gefallen und ich würde mich über weitere Besuche auf www.georgkainzbauer.de freuen. Sollten Sie Fragen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge zu diesem Tutorial haben, so können Sie mir diese über das Kontaktformular mitteilen.

11. Downloads


Sie können sich dieses Tutorial hier im PDF-Format downloaden.

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